Fotolia BuchDer Arbeitsmarkt in Zahlen

Es wird immer wieder gerne behauptet, dass die Zahlen der BA nur gefaked seien. Wie die Politiker mit ihren Informationen gegenüber den Bürgern umgehen, zeigte das Zitat des Innenministers de Maizière im Umfeld des Attentats in Paris: "Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern".

Die Motivation der kreativen Statistik im Bereich der Arbeitslosenzahlen sind einerseits internationale Vergleiche mit anderen Staaten, andererseits die Erkenntnis, dass 1 % Verschlechterung der Arbeitslosigkeit die Regierungsparteien 3 % an Zustimmung kostet.

Die absoluten Zahlen bezüglich der Arbeitslosigkeit in Deutschland unterliegen unterschiedlichsten Bereinigungen:

  • Kranke Arbeitslose werden nicht als arbeitslos geführt (da nicht vermittelbar).
  • Wer sich nicht arbeitssuchend gemeldet hat (weil er keine Leistungen erwarten kann), wird nicht als arbeitslos geführt.
  • SGB-II-Empfänger über 58, die in den letzten 12 Monaten keine Jobangebote mehr bekommen haben, fallen aus der Statistik heraus.
  • Arbeitsuchende, die ihre Vermittlung boykottieren, fallen ebenfalls aus der Statistik.

Quelle: MDR

Wozu benötigt man dann also eine Statistik, wenn die Daten doch vermeintlich keine Aussagekraft haben?

Konsequente Beibehaltung fehlerhafter Auswertungen führt zur Wahrheit!

Nichtsdestotrotz - selbst aus politischer Sicht geschönte Zahlen haben einen Wahrheitswert, wenn man sie mit anderen geschönten Zahlen in Relation setzt.

Vergleichen Sie bei den folgenden von der BA herausgegebenen Zahlen einfach die prozentuale Abweichung der Beobachtungszeiträume untereinander - dann kennen Sie die Wahrheit.

Berichtsmonat Januar 2016

Ausgewählte
Merkmale
aktueller Monat
Vorjahr
aktueller Monat
aktuellesJahr
AbweichungQuotient
         
Arbeitslose
insgesamt
3.031.604 2.920.421 -111.183 3,67 %
davon
SGB III
1.042.882 961.307 -81.575 7,82 %
davon
SGB II
1.988.722 1.959.114 -29.608 1,49 %
         
Das Verhältnis von 7,82 % zu 1,49 % erlaubt als überschlägige Annahme,
dass die Wahrscheinlichkeit, aus dem SGB III in Arbeit zu kommen, rund
5,25 mal höher ist als aus dem SGB II heraus!
         
Gemeldete
Arbeitsstellen
485.172 580.844 95.672  
         
Den Faktor 5,25 konsequent auf die gemeldeten Arbeitsstellen angewandt, kann somit folgende Annahme getroffen werden:

Mit 580.844 gemeldeten Stellen könnten relativ betrachtet

rund 110.637 SGB-II-Kunden in Arbeit gebracht werden.

Abslolut bleiben 70,35 %, relativ 94.35 % der SGB-II-Kunden chancenlos zurück!

Quelle: Agentur für Arbeit 

Adalbert Jablonski
Project Coordinator

 

 

 

 

   
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