ajopenbcBei der Beratung von Arbeitgebern kommen wir immer wieder auf Minijobs zu sprechen - der Minijob wird von vielen Arbeitgebern als die Lösung ihrer Probleme verstanden.

Minijob bringt nur keine Vorteile für den Arbeitgeber

In diesen Gesprächen hören wir dann immer wieder, dass

Minijobber viel seltener "krank machen",

weil diese dann genau wissen, dass sie für die Fehlzeit keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben. Als weiteren Vorteil hören wir häufig, dass

Minijobber für die gleiche Arbeit einen deutlich geringeren Stundenlohn bekämen.

Bei der Bezahlung von Urlaub hören wir immer wieder folgende drei Varianten:

  • 33 % der Chefs erlauben Urlaub, so lange der Arbeitnehmer will, weil für diese Zeit sowieso kein Gehalt gezahlt wird.
  • 33 % der Chefs bezahlen den Urlaub, indem der Mitarbeiter die Zeit herausarbeitet.
  • 33 % der Chefs bezahlen den Lohn auch für die Zeit des Erholungsurlaubs weiter.

Bezüglich des Arbeitsausfalls an Feiertagen ist der häufigste Vorschlag, dass der

Minijobber den Feiertag vor- oder nacharbeitet,

damit er keine finanziellen Einbußen hat.

Welchen Sinn macht der Minijob?

Machen Sie doch einfach mal in Ihrem Umfeld eine kleine Fragerunde - wir sind sicher, dass Sie folgende Antworten ganz oft hören:

  1. Der Arbeitgeber will die Sozialabgaben sparen.
  2. Der Minijob ist billiger.
  3. Der Stundenlohn ist geringer.
  4. Der Arbeitgeber will sich nicht an seinen Mitarbeiter binden.
  5. Der Arbeitgeber will bei Arbeitsausfall wegen Krankheit keine Zahlungsverpflichtung haben.
  6. Der Arbeitgeber will sich Gehaltszahlung während des Urlaubs sparen.
  7. Bei Arbeitsausfall wegen Feiertagen möchte er seine Personalkosten sparen.
  8. Er will sich vorbehalten, ohne Einhaltung von Kündigungsfristen das Arbeitsverhältnis aufzulösen.

Zugegeben - das wären wirklich triftige Gründe!

Gibt es Möglichkeiten, einem Chef trotzdem schmackhaft zu machen, in sozialversicherungspflichtige Arbeit statt in Minijobs einzustellen?

Wir sind sicher, dass das funktioniert - einige Rechtskenntnisse vorausgesetzt:

23,37 % Sozialabgaben sparen ist ein guter Grund ...

... aber wollen Sie stattdessen lieber 31,20 % an die Minijobzentrale zahlen?

Der Unternehmer will Sozialabgaben sparen - das funktioniert tatsächlich im Großen und Ganzen.

Die Sozialabgaben für den Arbeitgeber bei einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis betragen insgesamt rund 23,45 % des Bruttolohns. Nach welcher Logik soll es dann interessanter sein, 7,83 % mehr an die Minijobzentrale zu zahlen?

Rentenversicherung 15,00 %
Krankenversicherung 13,00 %
pauschale Steuer 2,00 %
U1 Lohnfortzahlung bei Krankheit  0,90 %
U2 Lohnfortzahlung Mutterschaft 0,24 %
U3 Insolvenzgeldumlage 0,06 %
Gesamt 31,20 %

Der Minijob ist billiger

Wir denken, dass dieses Vorurteil schon einmal ausgeräumt ist, es sei denn, der Arbeitgeber denkt an andere Einsparungen wie: geringerer Stundenlohn, kein bezahlter Urlaub, keine bezahlten Feiertage, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: 3., 5., 6. und 7. - können Sie alles getrost vergessen Es gibt hier einschlägige Gesetze und die gelten nun mal auch für den Minijob.

Dann bleiben da noch 4. und 8. - sich nicht binden bzw. ohne Einhaltung von Fristen kündigen.

Auch das ist gesetzlich geklärt und zwar ganz anders, als es sich mancher Arbeitgeber wünscht. Arbeitsrechtlich bin ich ein Arbeitnehmer

Was für ein Glück, dass die Minijobber das alles nicht wissen?!

Auch hier - Sie irren sich: Die Minijobzentrale schickt den Arbeitnehmern Merkblätter zu, in denen genau diese irrige Meinung korrigiert wird.

Unser Vorschlag: Zeigen Sie Ihre soziale Verantwortung und korrigieren Sie als Arbeitgeber die Fehler der Vergangenheit - wenn die ersten Klagen auf Sie zukommen, kann das deutlich teurer werden - und sie büßen ihre Souverenität ein.

Adalbert Jablonski
Project Coordinator

 

 

 

   
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