AJ denkt JoomlaIn einem Forum für SGB II-Fragen erscheint immer wieder mal die Frage:

... habe ich gehört, das Jobcenter zahlt die Kfz-Versicherung ...

Also - zuerst einmal:

Das Jobcenter zahlt die Kfz-Versicherung NICHT, aber:

Wenn ich erwerbstätig bin, kann ich die als Freibetrag einsetzen - aber das jetzt erst einmal von Anfang an:

Verdiene ich Geld, habe ich einen Grundfreibetrag von 100 €.

In diesem Grundfreibetrag sind die "üblichen Ausgaben" eines Erwerbstätigen eingerechnet - habe ich diese Ausgaben, ist alles gut, habe ich sie nicht, habe ich durch diesen Freibetrag einen Vorteil.

Habe ich nachweislich MEHR Ausgaben UND ist mein Einkommen höher als 400 €, darf ich die Ausgaben detailliert gegenrechnen - dann gilt:

a) für "normale" Versicherungen, ob ich die habe oder nicht, kann ich 30 € pauschal einsetzen - auch dann nicht mehr, wenn die Ausgaben höher sind.
b) die Kfz-Haftpflichtversicherung darf ich zusätzlich einsetzen (ohne Teil- oder Vollkasko-Anteil), weil sie mir entstehen und ich keine Option habe, sie nicht zu bezahlen (Pflichtversicherung).
c) Werbungskosten - also Kosten, die mir durch die Aufnahme der Arbeit entstehen, darf ich auch einsetzen - das können z. B. sein
Kosten für ein Monatsticket mit dem Bus zur Arbeit,
pro Entfernungskilometer für 19 Tage 20 Cent,
Gewerkschaftsbeiträge,
Kosten für die Übernachtung,
Kosten für ein Zimmer, das ich die Woche über am Arbeitsort brauche,
Kosten für Verpflegungsmehraufwand, wenn ich mehr als 12 Stunden außer Haus bin,
Kosten für die Betreuung der Kinder (keine abschließende Aufzählung) - das heißt:

alle Kosten, die ich nicht hätte, wenn ich nicht arbeiten würde

Alternativ zu der Kilometer-Pauschale könnten mehr als die 20 Cent abgesetzt werden

gegen Nachweis die tatsächlichen Kosten des Autos (Benzin, Wartung, Reparatur), wenn ich mit dem Auto zur Arbeit fahre und die 20 Cent-Pauschale nachweislich überschreite.

Der Grundfreibetrag ist mindestens 100 €

Alle diese Positionen zähle ich zusammen - sind sie kleiner als 100 €, gilt IMMER 100 €, sind sie größer, gilt der höhere Betrag als Grundfreibetrag.

Nach Abzug dieses Grundfreibetrags geht die Rechnung weiter:

Alles, was höher ist als 100 € - selbst wenn ich diesen Betrag überschritten habe - wird bis zu 1.000 € mit 20 % Freibetrag angesetzt - also maximal 900 € x 20 % = 180 €, danach der Rest bis 1.200 € (also 200 €) mit 10 % - hat einer der BG oder ist in der BG minderjährige(s) Kind, gilt als Obergrenze für den 10 %-Abzug statt 1.200 € jetzt 1.500 €.

Die Quellen hierfür:

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbii/11b.html
https://www.gesetze-im-internet.de/algiiv_2008/index.html

Adalbert Jablonski
Project Coordinator

   
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