Wann und warum kann es Kinderzuschlag geben?

AJ telefoniertKinderzuschlag soll Bedürftigkeit der Kinder verhindern - nur die der Kinder! Dieser Satz ist zum Verstehen des Themas immens wichtig.

Die absolute Untergrenze

Es gibt ein Gehaltsfenster, innerhalb dessen Kinderzuschlag beantragt werden kann. Der Gesetzgeber nennt ein Einkommen von 600 € bei Ledigen und 900 € bei Paaren als absolutes Minimum - darunter wird der Antrag mit Sicherheit abgelehnt werden.

Die individuelle Untergrenze - Mindesteinkommen

Sind die Eltern nur arm wegen der Kinder?

In einem ersten Schritt wird unter Berücksichtigung der Kosten der Unterkunft ermittelt, ob das Einkommen der Eltern für sich selbst - also ohne Kinder - ausreichen würde. Bei einem NEIN ist das Thema Kinderzuschlag erledigt - um die Bedürftigkeit der Familie zu beenden bleibt nur der Gang zum Jobcenter mit einem Antrag auf Grundsicherung für Arbeitsuchende.

Hätten die Eltern für sich selbst genügend Einkommen?

Dann ist diese Hürde überwunden. In einem Land wie Deutschland, in dem Kinder sehr wichtig sind, sollte eine Familie nicht allein deshalb bedürftig sein, weil sie sich für Kinder entschieden hat.

Liegt das Einkommen zwischen Unter- und Obergrenze, könnte es seit 01.02.2022 - theoretisch - 209 € pro Kind geben.

Die individuelle Obergrenze - Höchsteinkommensgrenze

Jetzt wird geprüft, wie weit das Einkommen über dem jährlich neu berechneten elterlichen Bedarf liegt. Überschreitet das Einkommen der Eltern den Bedarf, werden 45 % angerechnet. Das bewirkt dann, dass pro 1,- € Überschreitung der Kinderzuschlag um 0,45 € rduziert wird, bis er dann bei 0,- € liegt.

Einkommen der Kinder (z. B. Unterhalt bzw. Unterhaltsvorschuss) - Achtung: Änderung!

In der Vergangenheit gingen Alleinerziehende leer aus, weil weil der Unterhalt bzw. der Unterhaltsvorschuss 1:1 mit dem Kinderzuschlag verrechnet wurden und somit die Bedürftigkeit der Kinder nicht mehr vorhanden war. Das führte dazu, dass  Alleinerziehende keine Chance hatten, über den Kinderzuschlag mit der gesamten Familie aus dem Bezug von SGB II heraus zu kommen - bestenfalls die Kinder.

Dies wurde geändert: 

Das Einkommen der Kinder wird ebenfalls nur noch zu 45 % auf den Kinderzuschlag angerechnet!

Bedürftigkeit annähernd beendet?

Ist jetzt durch den Kinderzuschlag (gegebenenfalls auch noch durch Wohngeld oder Lastenzuschuss), die Bedürftigkeit beendet (genauer genommen: es fehlen maximal 100 €, besser weniger bis nichts), dann gibt es den Kinderzuschlag. Vorausgesetzt er wird auch beantragt.

Finden Sie dies kompliziert?

Ja, das finden wir auch.

Und genau hier hat der Staat mit seiner Informationspolitik unseres Erachtens versagt. Wenn Sie sich das 24-seitige Merkblatt Kinderzuschlag (Download hier) durchgelesen haben, sind Sie geneigt anzunehmen, dass Sie den Antrag besser sein lassen sollten.

Sprechen Sie mit uns - wir brauchen nur 2 Minuten

Wir brauchen weniger als 2 Minuten um Ihren Anspruch zu berechnen und Sie gegebenenfalls auf Lösungsansätze aufmerksam zu machen.

Danach wissen Sie, dass Sie den Antrag nicht umsonst stellen.

Wenn Sie ein (zugegeben ein etwas älteres) Beispiel auf YouTube sehen wollen, bitteschön (hier klicken).

 

Adalbert Jablonski
Project Coordinator

 

   
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