Der Fall Giesinger - die Gegenwart

... und wenn sie tanzt ...

'Ne ganz normale fünfzig Stunden Woche
Heim kommen und erst mal für die Kleinen kochen
Ist für sie ja kein Problem
Weil die Kids für sie an erster Stelle stehen

AJ denkt JoomlaAller Wahrscheinlichkeit nach ist sie eine allein erziehende Mutter. Sie arbeitet 50 Stunden die Woche, was die Frage aufwirft: wie alt sind die Kinder (wir schätzen mal 3 und 5), wo sind die Kinder, bevor sie nach hause kommt.

Ob die Kids (für sie) an erster Stelle stehen, lasse ich einmal unkommentiert.

50 Stunden/Woche bei Mindestlohns 9,82 €/h ergibt einen Bruttolohn von 2.127,67 €

Aus dem Bruttogehalt resultieren bei Steuerklasse II netto 1.598,55 €, dazu noch das Kindergeld von 438,- €. Sollte der Vater der Kinder keinen Unterhalt bezahlen, bekäme sie einen Unterhaltsvorschuss in Höhe von 354,- €  - insgesamt steht der kleinen Familie ein Betrag von 2.390,55 € zur Verfügung.

Ohne nähere Kenntnis über den Wohnort legen wir eine 75 m² große Wohnung in Losheim am See (Saarland) für 718,75 € warm zu Grunde (Strom wird separat gerechnet).

Netto verfügbar - nach Zahlung der Miete - 1.671,80 €.

Vielleicht - das geht aus dem Lied nicht hervor - war ihr nicht bekannt, dass die Bundesrepublik Deutschland in ihrem Grundgesetzt in Artikel 6 Absatz 4 die Mutter ausdrücklich unter den Schutz der Gemeinschaft stellt:

(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

Hätte sie es gewusst, wird sie der Familienkasse erklären, dass ihr Einkommen nicht ausreicht und Kinderzuschlag beantragen, dann wird ihr Einkommen um weitere 168,70 € angehoben.

Mit Kinderzuschlag steht der Familie jetzt - nach Miete - netto 1.840,50 € zur Verfügung.

Ganz schön happig oder ganz schön gierig? Was hätte das Jugendamt gesagt, wenn ihm dieser Text schon früher bekannt gewesen wäre?

Der Fall Giesinger - die Zukunft(sperspektive)

Sie fragt sich wie es gelaufen wär'
Ohne Kinder
Selber laufen lernen
Aber ihr Tag lässt keine Pause zu
Sie will träumen, macht die Augen zu
  • Wird sie nur davon träumen, wie es ohne Kinder wäre oder wird sie diesen Gedanken - wie auch immer - in die Realität umsetzen?
  • Wird sie an den Tagen, die keine Pause zulassen, verzweifeln oder zerbrechen?
  • Wird sie aus den Träumen immer wieder zurück kehren?

Hierüber gibt das Lied keine Auskunft - auch nicht darüber, ob die Mutter-Kind-Bindung durch die tägliche Abwesenheit in irgend einer Form einen Schaden bei den Kindern verursacht.

Sollte sie an dieser Aufgabe scheitern und sich und/oder den Kindern "etwas antun", ist die Betroffenheit groß, ein Lichtermeer aus Kerzen, Blumen, kleine Teddybären und irgendwo ein kleines Schild mit der Aufschrift "warum?" - und wieder zurück zur Tagesordnung!

Der Fall Giesinger - die Alternative

Die Frau erklärt dem Jobcenter, dass sie diesem Druck nicht mehr gewachsen ist und reduziert die Arbeitszeit auf 20 Stunden.

Weniger Gehalt - mehr Hilfe durch die Allgemeinheit

Sie arbeitet nur noch 20 Stunden die Woche, dann stehen ihr netto inklusive Kindergeld und Unterhaltsvorschuss 1.495,43 € zur Verfügung. Die Allgemeinheit - hier das Jobcenter - gibt 654,17 € dazu = 2.149,60 €.

Netto verfügbar - nach Miete - 1.430,85 € - gegenüber der 50-h-Woche ein Minus von 409,65 €, dafür jede Woche 30 Stunden mehr Zeit für sich und die Kinder

Das scheint uns gar nicht so übel.

Jetzt wird sie tanzen, entspannt mit ihren Kindern. In der gewonnenen Zeit entsteht eine tolle Mutter-Kind-Bindung, mit der sie auf die Zukunft der Kinder einwirkt. Sie unterstützt die Kinder in privaten und schulischen Dingen und sorgt dafür, dass die Kinder psychisch stabil in eine erfolgreiche Zukunft gehen, dort viel Geld verdienen und über die Sozialabgaben dem Staat für seine Unterstützung danken.

Auch das können wir nur vermuten.

Vielleicht singt Max Giesinger irgendwann mal "nach unseren Zahlen"?

Oder - noch besser: Viele Alleinerziehende lesen diesen Text um kommen zum Nachdenken...

Adalbert Jablonski
Project Coordinator

 

   
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