ajopenbcWohngeld verliert immer mehr an Bedeutung

In früheren Jahren - also vor Hartz IV - hatten Menschen mit geringem Einkommen die Möglichkeit, durch Wohngeld ihr Einkommen etwas zu verbessern.

In einem Hartz IV-Forum kann man immer wieder als Universalformel lesen:

"... nö, bei deinem Einkommen kriegst du nichts mehr - versuch´s doch mit Wohngeld..."

Meist kommen dann noch so Ergänzungen über Freunde und Verwandte, die das auch gemacht hatten.

Versuch macht kluch (klug)

Das wäre eine Möglichkeit - die andere, die zielführende:

Aktivieren Sie das Simulationsmodul:

Geben Sie die Familienkonstellation ein (2 Erwachsene, 2 Kinder 5 und 7, die Miete 830 € warm, die Mietstufe hier z. B.  I)

Los geht´s

Wir geben als Starteinkommen 1.300 € brutto ein und die Schrittweite 10 €

Das Modul simuliert die Gehaltssteigerungen so lange, bis sich keine Veränderung in den Unterstützungsleistungen mehr ergibt. In diesem Beispiel mehr als 230 Schritte, also den Gehaltsbereich von 1.300 € - 3.620 €.

Mit anderen Worten:

4-köpfige Familie bekommt bis 3.620 € staatliche Zuschüsse

bei 1.300 € - stehen 443 € Wohngeld (WoGG - Wohngeldgesetz) rund 1.068 € ergänzende Leistungen (SGB II - Sozialgesetzbuch II) gegenüber. Der Unterschied wäre also rund 630 € - wer darauf verzichten will und lieber Wohngeld nimmt, bitte melden...

Bis 1.520 € brutto reduziert sich das Wohngeld in 2 €-Schritten bis 388 €, SGB II bis 912 € - Unterschied jetzt rund 530 € zugunsten SGB II.

Hätte man hier auf den Tipp im Forum gehört, wäre ganz schön viel Geld "verbraten worden.

Bei 1.530 € brutto gibt es zwei Rechtskreise, die man beanspruchen könnte: WoGG + BKGG (Bundeskindergeldgesetz) vs. SGB II.

Die Entscheidung zu SGB II bringt zu Beginn ein Plus von 100 €, bei 1.720 € ist der Rechtskreis WoGG + BKGG im Vorteil.

ab 1.720 € spielt SGB II keine Rolle mehr...

Bis 2.170 € bleibt der Kinderzuschlag nach BKGG konstant bei 418 €, das Wohngeld reduziert sich in 3 €-Schritten auf 211 €, somit ist die Unterstützung gesamt 629 € (gegen  393 € SGB II).

Nur 10 € Mehrverdienst (2.180 €) machen einen Unterschied - 695 €

Ständig fallende Zahlen, dann ein Sprung nach oben?

Hier greift die Eigenart der Nettoberechnung nach WoGG - für jede Zahlung (Rentenversicherung, Krankenversicherung, Steuer) wird das Bruttogehalt um jeweils 10 % reduziert: bei 2.180 fallen bei der Steuerklasse III erstmals Steuern an, was das Nettogehalt so weit reduziert, dass es MEHR Wohngeld gibt. 

Bei 2.200 € gibt es einen Zuschuss von 688 €, weiter ...

 2.200 €   688 € 
 2.400 €   578 € 
 2.600 €   469 € 
 2.760 €   382 € 
 2.800 €   357 € 
 3.000 €   248 € 
 3.200 €   138 € 
 3.400 €    72 € 
 3.620 €    13 € 

Ab jetzt gibt es nichts mehr - das vielgelobte Wohngeld endete bereits bei 3.210 €

Wir gehen mal davon aus, dass diese Subventionen in der breiten Mitte der Bevölkerung nicht angekommen ist.

Wohngeld beim Alleinstehenden

Wohngeld beim Alleinstehenden kann man vergessen...

Wohngeld gibt es nur dann, wenn (Ermessen) mit dem Wohngeld zusammen der Bedarf gedeckt ist.

Bei einem Einkommen von 400 € könnte 325 € Wohngeld bezogen werden oder stattdessen 638 € SGB II - also 313  € mehr.

Brutto SGB II alternativ
WoGG
  400 €    688 €  325 € 
 600 €   550 €  277 € 
 800 €   441 €  211 € 
 1.000 €   333 €  138 € 
 1.200 €   210 €  150 € 
 1.400 €  85 €  44 € 
 1.490 €   30 €  10 € 
1.539 €    1 €   

Adalbert Jablonski
Project Coordinator

   
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